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Selfpublisher? Sind das nicht die Autoren, die von Verlagen nur Absagen bekommen haben und ihr Buch nun selbst veröffentlichen müssen?

Falsch. 

»Selfpublishing ist eine Wahl.«

Bei mir war Selfpublishing eine bewusste Entscheidung. Wenn ich daran dachte, alles rund um mein Buch selber bestimmen zu können, wurden meine Finger ganz schwitzig vor Aufregung. Ich malte mir aus, welcher Klappentext die richtigen Leserinnen anzieht, welches Cover zum Inhalt des Buches passt und gleichzeitig die richtigen Emotionen weckt. Ich stellte mir vor, wie ich meine eigene Marke aufbauen und Bücher mit Wiedererkennungswert schaffen könnte.

Wenn ich hingegen daran dachte, mich bei einem Verlag zu bewerben, dann hatte ich ein flaues Gefühl im Magen. Fast keine Mitspracherechte, kein Marketingbudget für einen so kleinen Fisch wie mich und es könnte Jahre dauern, bis mein Buch veröffentlicht wird – wenn ich überhaupt ins Verlagsprogramm passe. Das ist ein weiterer Knackpunkt. Mein Buch kann noch so gut sein: wenn es nicht das ist, was die Verlage glauben, was sich momentan verkauft, werden sie es nicht veröffentlichen. Ich kann es ihnen nicht verübeln, denn es ist ein Risiko, das Manuskript einer unbekannten Autorin zu lektorieren, korrigieren und ein Cover designen zu lassen, ohne das Wissen, ob die Ausgaben jemals wieder eingespielt werden. 

»Wer einen Verlagsvertrag will, muss schreiben, was der Markt sucht

Ich will nicht die tausendste Familiensaga schreiben, nur weil sich diese gerade gut verkaufen, genauso wenig wie ich die Geschichte einer Frau erzählen will, die in ein Cottage oder Ferienhäuschen reist, um sich selbst zu finden. Das überlasse ich anderen Autorinnen, die das besser können. Ich will schreiben, was mich bewegt. Die Angst um meine Kinder. Aufgrund eines Schicksalsschlags einen lang gehegten Traum loslassen zu müssen. Nicht mehr zu wissen, wer man ist und wohin man gehen will. Ich will selbst bestimmen können, wie das Cover zu meinem Roman aussieht und welcher Titel schlussendlich darauf steht. Es macht mir Spaß, nicht nur zu schreiben, sondern mich auch um all die anderen Aufgaben zu kümmern, die beim Selfpublishing anfallen: Buchsatz, Cover, Marketing, um nur einige davon zu nennen. Vor allem habe ich im Selfpublishing keinen Zeitdruck. Wenn ich mir mehr Zeit für meine Familie nehmen will, mache ich das. Wenn ich mit meiner Weiterbildung fortfahren will, verschiebe ich die Veröffentlichung des nächsten Romans um ein paar Monate. Diese Flexibilität ist von unschätzbarem Wert.

Also nein. Selfpublisher sind keine gescheiterten Verlagsautoren. Es ist eine Wahl.

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