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Kennst du das? Geöffnete Rechnungen liegen auf dem Sideboard, überall loses Altpapier, die Taschen mit den Glasflaschen und den Blechdosen quillen über. Im ganzen Wohnzimmer sind die Spielsachen der Kleinen verteilt. Die Unordnung in der Wohnung breitet sich in deinem Innern aus und zerdrückt dich.

So geht es mir mindestens einmal im Jahr, meistens im Frühling. Dann weiß ich: Es ist Zeit, gründlich auszumisten. Da wir letzten Dezember umgezogen sind, habe ich mein Ritual ein wenig vorgezogen. Vier Wochen habe ich mir Zeit genommen, alles zu begutachten, was in die Umzugskartons geräumt wurde, und mir jedes Mal zu überlegen: »Brauche ich das wirklich noch?« Vieles landete auf der Straße, wo es Menschen mitnahmen, die mehr mit Dekoartikel, Kerzen und extragroßen Pastatellern anfangen können. Anderes verkauften wir über einen Online-Händler und legten die Einnahmen zur Seite, um etwas Schönes als Familie zu unternehmen.

Nicht nur die Wohnung entrümpelt

Anders als in den vorherigen Jahren habe ich nicht nur die Wohnung gründlich entrümpelt, sondern mein gesamtes Leben. Zum ersten Mal habe ich in mich hineingehört und mir eingestanden, Angefangenes nicht zu beenden. Es fing an mit dem Fernstudium der Textmanufaktur, das mir für den hohen Preis keinen nennenswerten Mehrwert lieferte.

Ich habe gekündigt.

Weiter ging es mit einer beruflichen Weiterbildung. Eine von drei Prüfungen war bereits absolviert und ich hatte den Wissensstand, mit dem ich mich beim Arbeiten wohl fühle, bereits erreicht. Weitere 600 Stunden lernen für einen vergleichsweise geringen Zusatznutzen, war es mir nicht wert.

Ich habe abgebrochen.

Früher musste ich zwanghaft Bücher zu Ende lesen, weil ich grundsätzlich alles beendete, was ich angefangen hatte. Dieses Jahr habe ich gelernt, dass ich damit aufhören darf. Es gibt zu viele gute Geschichten, um meine Zeit mit jenen zu vergeuden, die mir nicht gefallen.

Ich habe die Bücher von meinem eReader gelöscht.

Meine Pläne fürs Jahr 2022

Das vor mir liegende Jahr fühlt sich an wie ein leeres Notizheft. So viele Monate, die darauf warten, mit neuen Projekten gefüllt zu werden. Das Schreiben steht in meiner Planung mir ziemlich weit oben. Gleich nach Qualitätszeit mit meiner Familie. Dieses Jahr möchte ich einen Roman veröffentlichen und zwei erste Entwürfe schreiben. Auf Platz drei steht Malen. Der Malbedarfladen der Stadt wurde folglich ein paar Franken reicher.

 Ich bin gespannt, wo mich dieses Jahr hinführt.

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