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Das Marketing habe ich komplett unterschätzt. 50 Prozent der Zeit verbringt eine Autorin mit Schreiben, Überarbeiten und allem, was sonst noch dazu gehört, um ein Buch fertigzustellen. Die anderen 50 Prozent mit Vermarktung – sagt man.

Zuerst wollte ich das nicht so recht glauben. Ich investiere so viel Zeit in den Entstehungsprozess eines Buches, wahrscheinlich mehr als der Durchschnitt – und genauso viel soll ich ins Marketing stecken? Marketing. Wie das schon klingt. Werbung. Belästigung. Dabei heißt Marketing nichts anderes, als interessierte Leserinnen, die auf der Suche nach neuem Lesestoff sind, auf mein Buch aufmerksam zu machen. Wenn ich es so sehe, fällt es mir weniger schwer, es zu vermarkten.

Produktspezifisches Marketing

Was gehört überhaupt zum Marketing? Als erstes ein gutes Buch mit einem professionellen Cover, einem treffenden Klappentext und einer packenden, fehlerfreien Geschichte. Das ist die Grundlage für alles, was danach kommt. Denn wenn das Buch, also das Produkt im eigentlichen Sinne, nicht gut ist, sind auch die Zeit und Mühe, die man ins Marketing steckt, vergebens: Es wird trotzdem nicht gekauft.

Wenn das Buch steht, gibt es kurzfristige Möglichkeiten, Leserinnen dazu zu bewegen, es zu kaufen. Preisaktionen zur Veröffentlichung, Newsletter, um darauf aufmerksam zu machen. Leserunden auf gängigen Plattformen wie Lovelybooks organisieren, Bloggerkontakte pflegen, Goodies vorbereiten, das Buch in Buchhandlungen platzieren, Lesungen planen, Flyer und Lesezeichen verteilen etc. Die Möglichkeiten sind fast unendlich. Und das ist nur das produktspezifische Marketing.

Mich als Autorin vermarkten

Selbst wenn ich gerade kein Buch in der Pipeline habe, beschäftigt mich das Marketing. Im weiteren Sinne gehört mein Blog auch dazu. Regelmäßige Beiträge erhöhen die Chance, bei Google weiter oben angezeigt zu werden. So finden mich interessierte Leserinnen im Internet. Auch der Newsletter, den ich monatlich verschicke, dient längerfristig dazu, Menschen zu finden, die wissen wollen, wann das nächste Buch von mir erscheint. Mit einem Newsletter biete ich ihnen diese Möglichkeit. Auch das kostet Zeit, genauso wie meine Aktivität in den sozialen Medien. Bilder und Videos mit interessanten Inhalten müssen her.

Obwohl 50:50 relativ verbreitet ist, ist bei mir das Verhältnis ein wenig verschoben. Vielleicht 70 Prozent Schreiben und 30 Prozent Marketing. Das liegt daran, dass ich nicht professionell schreibe und daher nicht so viele Bücher veröffentliche wie andere Autorinnen. Denn genau zu dem Zeitpunkt fällt die meiste Marketingarbeit an. 

Dieser Post ist Teil der Serie »Ein Blick hinter den Buchdeckel«, in dem du einen Einblick in das Leben einer Autorin erhältst.

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