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Ich war wie geflasht von den superpositiven Testleser- und Bloggermeinungen zu meinem Debütroman. Tagelang taumelte ich vor Glück umher, konnte es kaum fassen. Und doch schwebte ständig das Damoklesschwert über mir, denn ich wusste, dass dies nicht für immer so weitergehen konnte. Irgendwann würde sie kommen, die erste schlechte Rezension. Also bereitete ich mich gewissenhaft darauf vor. Ich hämmerte mir regelrecht ein, dass mein Buch nun schon so vielen Menschen gefallen hatte, da würde eine schlechte Bewertung nicht ins Gewicht fallen. Mit viel Zuversicht drückte ich also den »Veröffentlichen«-Button und wartete. Und wartete. Und wartete. Die schlechten Rezensionen kamen nicht. Fast hätte ich geglaubt, dass mein Buch vielleicht zu den wenigen Ausnahmen gehören würde, die keine schlechten Rezensionen erhielten.

Die erste Zwei-Sterne-Rezension

Doch dann kam sie eben doch, in Form von zwei Sternen, nur ein Klick, ohne Begründung. Es war mir erstaunlicherweise egal. Mein Buch kann nicht jedem gefallen, sagte ich mir immer wieder, das sei völlig in Ordnung. Schnell wischte ich die Rezension zur Seite. Die Zweite ließ nicht lange auf sich warten. Wieder nur ein Klick. Dieses Mal traf es mich hart und ich fing an zu zweifeln. Was machte ich falsch? Ich sah schon den 3.5-Sterne-Schnitt vor mir, für mich immer ein Zeichen, dass mit einem Buch etwas nicht stimmt. Aber was? Weckten das Cover und der Klappentext die Erwartung, es handle sich um einen Thriller mit unzähligen Plot-Twists? Konnten sich die Leser*innen nicht mit Isabel identifizieren? War der Schreibstil zu emotional für das Genre? Ich konnte nur mutmaßen, was nicht gefiel, und wünschte mir, jemand hätte sich die Zeit genommen, ein paar Worte dazu zu schreiben.

Man gewöhnt sich daran

Irgendwann nahmen die guten Klick-Rezis wieder Überhand und das Akzeptieren der Schlechteren wurde zum Glück leichter. Irgendwie gehören sie zum Autorinnensein dazu. Man exponiert sich und seine Bücher und muss darauf gefasst sein, dass etwas zurückkommt, positiv oder negativ. Lieber 250 Rezensionen und dafür auch ein paar schlechte, als zehn Fünf-Sterne- Rezensionen, oder? Denn das zeigt, dass das Buch gekauft und gelesen wird. Darüber freue ich mich sehr.

Bei der ersten Ein-Sterne-Rezension musste ich sogar lachen. Mal ehrlich: Wie schlecht muss ein Buch sein, damit man nur einen Stern vergibt? Das hat mir geholfen, die Rezensionen als das zu sehen, was sie sind: Lesermeinungen. Manche sind streng, andere wohlwollend. Ich kann versuchen, ein möglichst packendes Buch zu schreiben, wie es aber ankommt, habe ich nicht in der Hand.

Wie geht es dir als Leser*in? Achtest du beim Kauf eines Buches auf die Meinung anderer Leser*innen?

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